MENSCHEN IM SEELAND

Einsame freundinnen Herzhafter

Es gibt in der Schweiz kaum noch Menschen, die das Internet nicht nutzen. Deshalb sollten wir uns schon zu Lebzeiten Gedanken zu unserem digitalen Nachlass machen. Quelle: Eidg. Mittwoch, 1.

Monologe aus dem Abseits

Kürzlich sah ich am TV eine Doku, da sagte eine 50jährige Frau, sie habe keine einzige Freundin. Ihre Eckdaten hätten auch meine sein können, bloss hatte sie offenbar einen Partner! Mich beschäftigt das Thema Einsamkeit in unserer Gesellschaft, weil ich es aus eigener Erfahrung kenne. Gern würde ich fachkundig, wie es andern mit dem Tabuthema geht. Wie lebt ihr damit, Frauen und Männer, was macht es mit euch? Und was unternehmt ich dagegen? Ich bin dein Sprachrohr für deine Stadt und dabei stets unabhängig.

Stefanie Inniger: «Ich träume von einer Welt in der Essen wieder gefeiert und geachtet wird.»

Wie weiter, wenn die eigene Welt zusammengebrochen ist? Acht Geschichten vom Leben und Überleben. Von Beat Schweizer Texte und Alice Bucher Illustrationen. Als ich mich nach über zwanzig Jahren in Italien wieder in der Schweiz niederliess, angeschaltet meinem neuen Wohnort in Locarno meine Blicke über die total verbauten Hänge von Brione über Orselina nach Ronco bis hin nach Brissago schweifen liess, an den übers Jahr meist leeren Luxusvillen und Zweitwohnungen vorbeiwanderte, dachte ich immer wieder: Was für ein wahnsinniger, sinnloser Reichtum. Auf meinen Besuchen bei meinen alten Wirkungsstätten als Journalist all the rage Bern, Zürich und Luzern staunte ich vor allem über die herrschende Sauberkeit und Ordnung. In Mailand, Rom und Neapel ist das Elend in den Städten überall sichtbar, das psychische und physische Leiden vieler Menschen oft allgegenwärtig. In der Schweiz sieht man praktisch nichts davon. Bei Besuchen in den einschlägigen Beizen, in einer psychiatrischen Klinik und in einem Altersheim bekam ich aber ganz andere Lebensgeschichten zu hören. Und so entschloss ich mich, diesen Randständigen und Abgehängten, wie sie gewöhnlich genannt werden, eine Stimme zu reichen.

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