FRAUEN – MÄNNER – KARRIEREN

Männliche Bewertung charmante Mädchen Wolleb

Interessieren tut er sie meist aber erst, wenn Frauendiskriminierung die Familie trifft. Ein Kolumne. Frauen demonstrieren für mehr Frauenrechte in Chicago, USA. Wir haben viel verbockt, tun es immer noch, aber hoffentlich lernen wir dazu, nicht zuletzt dank des Feminismus. Jetzt da alte Geschlechterrollen wackeln und Männlichkeit zunehmend als toxisches und atavistisches Konzept wahrgenommen wird, dient der Feminismus auch noch als Zuflucht für die Männer, die aus Scham und Wut wohl am liebsten keine solchen mehr wären - sehr gnädig. Keine Frage: Der Feminismus tut der Männerwelt gut. Doch wie sieht es umgekehrt aus? Es sei schon fast ein feministischer Dauerwitz, schreibt Stokowski, und fragt zurecht, ob diese Männer vorher nie mit einer Frau geredet oder einer zugehört haben. MeToo hat die systematische sexuelle Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen so schonungslos offengelegt, dass man glauben sollte, es bedürfe keines persönlichen Bezugs, um über diesen Missstand schockiert zu sein.

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Drucken ZEITmagazin ONLINE: Wovon träumt der Mann? Ulrich Clement: Von allem Möglichen, durchgebraten zuletzt von der See und vom Abenteuer. Was das Sexuelle angeht, wird in der einschlägigen Literatur relativ gesichert festgestellt: Männer fantasieren anders als Frauen. Sie reagieren viel stärker auf optische Schlüsselreize. Frauen finden es erotischer, Geschichten zu hören. Männer reagieren auf das, was sie sehen. ZEITmagazin ONLINE: Worin manifestiert sich denn dieser Unterschied? Ich hatte mir immer vorgestellt, in beider Köpfe laufe eine Art Film ab — mit Ton, Bild und Plot. Clement: Ein nackter Frauenkörper ist — jedenfalls für einen heterosexuellen Mann — so gut wie immer anziehend.

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